Mit den eigenen Dämonen "per Du"
Grenzverschieber sind "per Du" mit ihren eigenen inneren Dämonen. Das ist kein Pathos. Es ist eine nüchterne Beobachtung. Wer Grenzen verschiebt, trifft früher oder später auf das, was im Inneren wartet. Zweifel. Angst. Die eigenen Eltern. Alte Stimmen. Erinnerungen, die man lieber meidet oder verdrängt.
Am Anfang merken viele nur ein Ziehen. Etwas passt nicht mehr. Die Situation fühlt sich zu eng an. Andere Menschen gehen dann einen Schritt zurück. Grenzverschieber gehen einen Schritt nach vorn. Nicht aus Mut. Sondern aus Notwendigkeit. Sie stoßen auf innere Widerstände. Sie kennen diese Stimmen gut. Sie laufen ihnen nicht davon. Sie setzen sich zu ihnen an den Tisch. Sie lernen Ihnen zu zuhören. Sie lernen, sie einzuordnen. Sie lernen mit Ihnen zu diskutieren. Nicht alles davon ist dann neu. Vieles ist uralt.
Im Hauptteil ihres Weges wird dieser Umgang zur Routine. Vor wichtigen Entscheidungen tauchen dieselben Muster auf. Unsicherheit meldet sich. Zweifel stehen im Raum. Manchmal auch Müdigkeit. Der Grenzverschieber kennt diese Signale. Er bleibt nicht stehen. Er wartet nicht auf Ruhe. Er arbeitet weiter. Die inneren Dämonen sind da. Sie gehen mit. Sie bestimmen jedoch nicht mehr jede Richtung fremd.
So entsteht ein bestimmter Rhythmus. Außen passiert Veränderung. Innen läuft ein stiller Prozess. Beides gehört zusammen. Grenzen werden nicht nur verschoben, weil jemand will. Sie werden verschoben, weil jemand gelernt hat, mit inneren Spannungen zu leben.
Am Ende sind Grenzverschieber keine Menschen ohne innere Kämpfe. Sie sind Menschen, die sie kennen. Sie wissen, wie sie auftauchen. Sie wissen, wie sie bleiben. Und sie wissen, dass dieser Zustand kein Ausnahmefall ist. Sondern Teil des Weges.