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Nur Spießer arbeiten nicht mit Spielzeugfiguren

Viele Menschen verbinden Spielzeugfiguren mit Kinderzimmern, Sammlervitrinen oder Filmfans. Doch im Berufsalltag tauchen kleine Figuren an überraschenden Orten auf. Coaches, Designer, Führungskräfte, Lehrer oder Strategieberater nutzen sie, um komplizierte Situationen sichtbar zu machen. Auf einem Tisch stehen dann Ritter, Tiere, Bauarbeiter oder Fantasyfiguren neben Diagrammen und Notizblöcken. Was zunächst seltsam wirkt, hat einen praktischen Hintergrund.

Das Gehirn arbeitet oft leichter mit Bildern als mit abstrakten Begriffen. Wenn Konflikte, Rollen oder Prozesse nur ausgesprochen werden, bleiben sie häufig unscharf. Eine kleine Figur macht aus einer Idee plötzlich etwas Greifbares. Ein Team wird zu mehreren Figuren auf einem Tisch. Machtverhältnisse, Abstände oder Spannungen werden sofort sichtbar. Dadurch lassen sich Situationen schneller erkennen und besser besprechen.

Auch in Unternehmen wird mit solchen Methoden gearbeitet. In Workshops stehen Figuren manchmal für Abteilungen, Kunden oder Ziele. Manche Menschen verschieben sie während eines Gesprächs immer wieder. So entstehen neue Perspektiven. Besonders bei komplexen Themen hilft diese Vereinfachung. Das Prinzip ähnelt einem Stadtplan. Niemand hält die Karte für die echte Stadt, aber sie macht Orientierung möglich.

Interessant ist dabei, dass viele Erwachsene zuerst lachen, wenn Spielzeugfiguren auf den Tisch kommen. Nach kurzer Zeit beginnen sie jedoch oft automatisch, mit den Figuren zu arbeiten. Die Distanz zum Thema wird kleiner und abstrakte Gedanken werden konkreter. Kleine Plastikfiguren verwandeln sich dadurch in Werkzeuge für Denken, Planung und Kommunikation.

Eine Analog-Visualisierung legt mehr frei als 1000 Zahlen.

 

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